Das Wesen des Menschen bei der Aufnahme sichtbar zu machen, ist die höchste Kunst der Fotografie.

-Friedrich Dürrenmatt –

 

 

Jeder hat heute eine Digitalkamera oder ein kamerafähiges Handy. Jeder kann „knipsen“. Wozu also braucht man dann noch einen Fotografen?

 

Nur ein Fotograf mit Leidenschaft und einem schöpferischen Auge schafft es, kunstvoll das Licht zu nutzen und dabei emotionale oder auch inszenierte Momente einzufangen. Dieses alles geschieht unabhängig davon, welche Kamera oder welches Objektiv er nutzt.  Es ist die Kunst, die Menschen mit seinen Bildern zu fesseln und sie zu berühren.

 

Bereits als 15-jähriges Mädchen bin ich mit meiner kleinen ersten Digitalkamera durch den heimischen Garten gelaufen, auf der Suche nach tollen Motiven wie Blumen, Schmetterlinge oder Bienen. Nachdem mich die Fotografie gepackt hatte, sparte ich fleißig und kaufte mir meine erste Spiegelreflexkamera. Unabhängig vom Lernen der Kameratechnik schulte ich mein Auge und konzentrierte es auf die Umwelt, die kleinen Dinge darin und natürlich das Wichtigste in der Fotografie – das Licht.

 

Zwischenzeitlich kam ich vom Kurs ab und versuchte mich nach dem Abitur an einer kaufmännische Ausbildung. „Was Solides und Vernünftiges muss es sein“, sagte mir mein Verstand. Doch mein Herz sagte mir etwas anderes. Es war einfach nichts für mich, meine Seele brauchte wieder Lebendigkeit!
2012 machte ich dann den großen Schritt, unterbrach die kaufmännische Ausbildung und fing mit 23 Jahren eine Ausbildung zur Portraitfotografin an. Es war ein großer Unterschied statt Blumen nun Menschen oder Tiere vor der Kamera zu haben. Doch der Umgang mit den unterschiedlichen Charakteren entfachte meine Leidenschaft zur Portraitfotografie.

 

Neben der Inszenierung von Portraits fesselt es mich besonders die Natürlichkeit, Echtheit und Persönlichkeit in den Bildern einzufangen.
Ich liebe es draußen in der Natur zu arbeiten, aber auch Studioaufnahmen haben ihren Reiz. Ich habe den Willen mich immer weiterzuentwickeln und die Menschen mit meinen Bildern zu berühren. Aber es reicht nicht, sich nur in der Fotografie weiterzuentwickeln. Eine Menge Zeit verbringe ich ebenfalls  mit der Bildbearbeitung am PC um meinen Bildstil noch zu unterstreichen.
Auch wenn es nicht immer leicht ist die Existenz eines Fotografen zu sichern, sobald man wieder durch den Sucher der Kamera schaut, den Auslöser tätigt und einen besonderen Moment einfängt sind alle Zweifel verflogen.

Meine Ausbildung habe ich im Januar 2014 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem freue ich mich schon viele Menschen von meinen Bildern überzeugt zu haben und hoffe, auch in der Zukunft in den vielen Bereichen der Portraitfotografie zu arbeiten. Es reicht also nicht aus, einfach auf den Auslöser zu drücken. Man muss mit immer neuen Ideen und voller Hingabe und Ehrgeiz sich einen Namen erarbeiten und seinen Bildstil durchsetzen.

 

Corinna Folkers